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ISO/IEC 27001 vs. ISO/IEC 42001: Was ist der Unterschied?

ISO/IEC 27001 vs. ISO/IEC 42001: Was ist der Unterschied?

Informationssicherheit und der verantwortungsvolle Einsatz von KI werden für Unternehmen immer wichtiger. Mit ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 42001 stehen dafür zwei internationale Managementsystemstandards zur Verfügung, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber auch wichtigen Schnittstellen.

ISO/IEC 27001 vs. ISO/IEC 42001: Was ist der Unterschied?
ISO/IEC 27001 vs. ISO/IEC 42001: Was ist der Unterschied?

Auf einen Blick

Was ist der Unterschied zwischen ISO 27001 und ISO 42001? Welche Norm ist für welches Unternehmen relevant und welche Kompetenzen werden dafür benötigt? Unser Vergleich ISO 27001 vs. ISO 42001 gibt einen kompakten Überblick.

ISO/IEC 27001: Informationssicherheit systematisch managen

Die ISO/IEC 27001 ist der internationale Standard für Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS). Ziel ist es, Informationen systematisch zu schützen und Risiken für deren Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit zu steuern.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

Informationssicherheitsrisiken erkennen und bewerten.

Sicherheitsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten definieren.

Informationen und Systeme angemessen schützen.

Sicherheitsvorfälle strukturiert behandeln.

Informationssicherheit kontinuierlich verbessern.

Know-how zur ISO/IEC 27001 ist damit nicht nur für IT-Security relevant, sondern auch für Compliance, Management und weitere Personen mit Verantwortung für Informationssicherheit.

ISO/IEC 42001: Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll steuern

Die ISO/IEC 42001 ist der internationale Managementsystemstandard speziell für künstliche Intelligenz. Im Mittelpunkt steht ein Artificial Intelligence Management System (AIMS), mit dem Organisationen den Einsatz von KI strukturiert und verantwortungsvoll steuern können.

Zentrale Themen sind:

KI-Governance und klare Verantwortlichkeiten.

Chancen und Risiken von KI.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Bewertung möglicher Auswirkungen von KI-Systemen.

Monitoring und kontinuierliche Verbesserung.

Relevant ist die Norm insbesondere für Unternehmen, die KI entwickeln, bereitstellen oder einsetzen und dafür klare organisatorische Rahmenbedingungen schaffen möchten.

ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 42001 im Vergleich

Beide Normen verfolgen einen risikobasierten Managementsystemansatz. Der wesentliche Unterschied liegt darin, was gemanagt und geschützt werden soll.

 ISO/IEC 27001ISO/IEC 42001
Schwerpunkt InformationssicherheitManagement von KI-Systemen
Ziel

Schutz von Informationen, Daten und IT-Systemen

Verantwortungsvolle, transparente und kontrollierte Nutzung von KI

Managementsystem

ISMS (Information Security Management System)

AIMS (Artificial Intelligence Management System)
Fokus

Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen

Governance, Transparenz, Fairness, Nachvollziehbarkeit und Risikomanagement von KI
Risiken

Cyberangriffe, Datenverlust, unbefugter Zugriff

Fehlentscheidungen, Bias, mangelnde Transparenz, KI-Risiken und Compliance-Verstöße
Betrachtete Systeme

Gesamte IT- und Informationslandschaft

KI-Anwendungen und KI-gestützte Prozesse
Relevante Rollen

IT-Security, Informationssicherheit, Datenschutz

KI-Verantwortliche, Compliance, Governance, Management, Fachbereiche
Regulatorischer Bezug

NIS2, DSGVO, Informationssicherheit

EU AI Act, Responsible AI, KI-Governance
Typische Maßnahmen

Zugriffsrechte, Verschlüsselung, Incident Management, Sicherheitsrichtlinien

KI-Risikobewertungen, Impact Assessments, menschliche Aufsicht, Dokumentation und Monitoring
Nutzen für Unternehmen

Schutz sensibler Informationen und höhere IT-Sicherheit

Vertrauenswürdiger und nachvollziehbarer Einsatz von KI
GemeinsamkeitenRisikomanagement, Audits, Dokumentation, kontinuierliche Verbesserung, Managementsystemansatz

Kurz zusammengefasst: ISO/IEC 27001 fokussiert auf Informationssicherheit und den Schutz von Informationen. ISO/IEC 42001 fokussiert auf das verantwortungsvolle Management von KI-Systemen. Unternehmen, die KI einsetzen und gleichzeitig Informationssicherheit systematisch steuern möchten, können beide Managementsysteme miteinander verbinden.

ISO/IEC 27001 oder ISO/IEC 42001: Was braucht mein Unternehmen?

Es muss nicht zwingend ein „Entweder oder“ sein.

ISO/IEC 27001 ist relevant, wenn …

  • Informationssicherheit systematisch organisiert werden soll,
  • sensible oder geschäftskritische Informationen geschützt werden müssen,
  • Verantwortlichkeiten und Sicherheitsprozesse klar geregelt werden sollen.

ISO/IEC 42001 ist relevant, wenn …

  • KI bereits im Unternehmen eingesetzt oder eingeführt wird,
  • KI-Risiken systematisch bewertet werden sollen,
  • klare Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen für KI benötigt werden.

Gerade für Unternehmen, die KI intensiv einsetzen, können sich ISMS und AIMS sinnvoll ergänzen. Denn Informationssicherheit ist auch beim Einsatz von KI wesentlich. Gleichzeitig bringt KI zusätzliche Anforderungen an Governance, Transparenz und Risikomanagement mit sich.

Welche Qualifizierung passt zu wem?

ISO/IEC 27001

Information Security Essentials
kompakter Einstieg in die Informationssicherheit, auch ohne IT-Vorkenntnisse.

Information Security Foundation
fundiertes Basiswissen für Personen mit fachlichem Bezug zur Informationssicherheit.

Information Security Management Professional
weiterführende Qualifizierung für Personen mit Verantwortung im Informationssicherheitsmanagement.

ISO/IEC 42001

Ausbildung zum zertifizierten AIMS Manager (ISO/IEC 42001)
Für Personen, die ein KI-Managementsystem aufbauen, begleiten oder weiterentwickeln möchten, vermittelt die Ausbildung das notwendige Know-how zu Normanforderungen, Governance, Rollen und Verantwortlichkeiten sowie KI-Risikomanagement.

Fazit: Zwei Standards, unterschiedliche Schwerpunkte

ISO/IEC 27001 schützt Informationen. ISO/IEC 42001 schafft einen Rahmen für verantwortungsvolles KI-Management.
Für Unternehmen werden beide Themen zunehmend relevant. Entscheidend ist, die erforderlichen Kompetenzen dort aufzubauen, wo Mitarbeitende Verantwortung für Informationssicherheit, KI-Governance oder entsprechende Managementsysteme übernehmen.